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Die Aufenthaltsdauer bestimmt, ob eine Umschreibung notwendig ist
Wollen Sie mit einem ausländischen Führerschein in Deutschland fahren, geht das für höchstens sechs Monate, wenn der Führerschein nicht aus der EU stammt. Halten Sie sich länger im Land auf oder verlegen Ihren Wohnsitz nach Deutschland, kommen Sie um eine Umschreibung nicht herum. Das gilt auch für einen amerikanischen Führerschein. Ob beim Umschreiben dann eine erneute Prüfung notwendig wird, erläutern wir im nachfolgenden Ratgeber näher.
FAQ: Amerikanischen Führerschein umschreiben
Sie können maximal sechs Monate mit einem amerikanischen Führerschein in Deutschland fahren. Nach Ablauf dieser Frist müssen Sie einen ausländischen Führerschein umschreiben lassen, wenn Sie länger im Land bleiben.
Den Führerschein umschreiben lassen können Sie bei der Fahrerlaubnisbehörde an Ihrem Wohnort in Deutschland. Ob dann eine Prüfung notwendig wird und welche Unterlagen Sie benötigen, haben wir hier für Sie zusammengefasst.
Verpassen Sie den Termin für eine Umschreibung, verliert der Führerschein aus den USA in Deutschland seine Gültigkeit. Sie machen sich strafbar, wenn Sie dann fahrerlaubnispflichtige Fahrzeuge führen. Es drohen eine Geld- oder Freiheitsstrafe.
Anerkennung: Das gilt für US-Führerscheine in Deutschland
Grundsätzlich wird ein Führerschein aus den USA auch in Deutschland anerkannt, sofern dieser gültig ist. Sie müssen bei allen Fahrten eine Übersetzung des Führerscheins sowie eine Klassifizierung mit sich führen. Fahren dürfen Sie mit dem Dokument für höchstens sechs Monate, da es sich hier um eine Fahrerlaubnis aus einem Drittstaat handelt.
Eine Ausnahme kann gelten, wenn Sie nachweisen, dass Ihr Aufenthalt nicht länger als zwölf Monate dauern wird. Dies wird im Einzelfall entschieden und muss mit der zuständigen Behörde geklärt werden.
Beachten Sie die Regelungen für einen aus den USA stammenden Führerschein und zum Umschreiben von diesem nicht, erlischt die Fahrerlaubnis in Deutschland. Vorschriften, bis wann Sie den Antrag zur Umschreibung stellen müssen, gibt es nicht. Sie können dies also zeitlich unbegrenzt tun. Fahren Sie allerdings mit einer erloschenen Fahrerlaubnis, machen Sie sich strafbar und müssen mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe rechnen.
Achtung: Da der Führerschein in den USA in der Regel bereits mit 16 Jahren möglich ist, müssen Sie bei der Umschreibung darauf achten, dass der deutsche Führerschein nur für volljährige Fahrer gültig ist. Minderjährige müssen ihren amerikanischen Führerschein so umschreiben lassen, dass dieser im Rahmen vom B17 (Begleitetes Fahren) umgetauscht wird. Wichtig ist auch, dass minderjährige Touristen innerhalb der sechsmonatigen Frist in Deutschland ebenfalls nicht fahren dürfen.
Führerschein aus den USA umschreiben lassen: Ist in Deutschland eine Prüfung notwendig?
Lassen Sie Ihren amerikanischen Führerschein umschreiben, stellt sich die Frage, ob Sie eine erneute Prüfung ablegen müssen. Im Fall der praktischen Prüfung lautet die Antwort klar Nein, da die USA in der Staatenliste der Anlage 11 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) aufgeführt sind.
Bei der theoretischen Prüfung kommt es darauf an, in welchem Bundesstaat der Führerschein ausgestellt wurde. Denn einige Prüfungskriterien sind mit den deutschen nicht vergleichbar und machen daher eine erneute Prüfung erforderlich. Welche Bundesstaaten das betrifft, ist ebenfalls in der Anlage 11 FeV aufgeführt. Bei Führerscheinen aus folgenden Bundesstaaten bzw. US-Gebieten ist bei der Umschreibung eine theoretische Prüfung notwendig:
- Connecticut
- District of Columbia
- Florida
- Indiana (zusätzlich auch Nachweis des Sehvermögens nach § 12 FeV)
- Minnesota (zusätzlich auch Nachweis des Sehvermögens § 12 FeV)
- Mississippi
- Missouri
- Nebraska
- North Carolina
- Oregon
- Tennessee
Amerikanischer Führerschein: Beim Umschreiben in Deutschland fallen Kosten an
Um einen amerikanischen Führerschein umschreiben zu lassen, müssen Sie persönlich bei der Fahrerlaubnisbehörde erscheinen. Bringen Sie zu diesem Ihren Führerschein im Original und als Kopie inklusive einer Übersetzung sowie ihren Reisepass und eine Meldebescheinigung mit. Darüber hinaus ist ein neues biometrisches Passbild erforderlich. Bei der Umschreibung eines LKW- und Busführerscheins sind zudem die ärztlichen Bescheinigungen sowie Funktions- und Leistungstests einzureichen.
Die Kosten für das Umschreiben eines amerikanischen Führerscheins liegen zwischen etwa 35 und 50 Euro. Neben den Gebühren der Ausstellung sind hier Kosten für das Passbild und etwaige Nachweise zu berücksichtigen.
leider wird in diesem Artikel nicht erwähnt welche Regelung für jene U.S. Bundesstaaten gilt, die in der Anlage 11 NICHT gelistet sind. Das sind nämlich einige, etwa Kalifornien um nur ein Beispiel zu nennen. Hier wird nach meinem Wissensstand nämlich eine komplette neue Fahrausbildung nach deutschem Recht notwendig mit allen Pflichtstunden und Prüfungen