Inhaltsverzeichnis
Sanktionen in Zusammenhang mit Harpunen
Verstoß | Sanktionen |
---|---|
unerlaubtes Angeln mit einer Harpune (Ordnungswidrigkeit) | 5.000 bis 75.000 EUR |
unerlaubtes Angeln mit einer Harpune (Straftat) | Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren |
FAQ: Harpune im Waffengesetz
Eine Harpune gilt als Schusswaffe, da ein Geschoss mittels einer Abschussvorrichtung angeschossen wird. Da eine Harpune als Waffe eingestuft ist, gelten bestimmte Regelungen des Waffengesetzes. Welche Vorgaben für eine Harpune laut Waffenrecht Anwendung finden, lesen Sie hier.
Der Besitz einer Harpune ist legal, sofern der Besitzer 18 Jahre oder älter ist. Die Abgabe und der Besitz sind nicht untersagt, anders kann das mit der Nutzung einer Harpune aussehen. Welche gesetzlichen Regelungen diesbezüglich greifen, erfahren Sie hier.
Gemäß dem Waffengesetz drohen für den Besitz einer Harpune keine Sanktionen. Eine unbefugte Nutzung kann jedoch zu hohen Bußgeldern oder gar Strafen führen. Ebenfalls mit Folgen rechnen müssen Besitzer, wenn andere durch den Einsatz einer Harpune zu Schaden kommen. Welche Sanktionen wann möglich sind, können Sie der Tabelle hier entnehmen.
Was ist eine Harpune?
Jagd- oder Sportgeräte können unter die Regelungen des Waffengesetzes fallen, wenn sie als Waffen definiert sind. Ein Beispiel hierfür ist die Harpune. Doch heißt das auch, dass für eine Harpune das gesamte Waffengesetz zur Anwendung kommt? Bevor wir näher auf diese Frage eingehen und klären, ob eine Harpune in Deutschland überhaupt erlaubt ist, erläutern wir nachfolgend kurz, was eine Harpune ist.
Sie ist eine Unterwasserschusswaffe, die zum Speerfischen verwendet wird. Sie besitzt in der Regel einen Speer mit einem Widerhaken, der durch das Auslösen eines Gummizugs oder mittels Luftdrucks geschleudert bzw. abgeschossen wird. Üblicherweise ist der Speer mit einem Seil an der Schussvorrichtung gesichert, sodass er wieder eingeholt werden kann.
Waffengesetz: Fällt eine Harpune unter die Regelungen?
Da die Schussvorrichtung gewehrähnlich ist und ein Geschoss in Richtung eines Ziels abgegeben wird, zählt eine Harpune grundsätzliche als Waffe. Somit kommt bei einer Harpune das Waffengesetz zur Anwendung, allerdings nur bestimmte Vorschriften. Denn gemäß Anlage 2 WaffG gilt Folgendes:
Vom Gesetz mit Ausnahme von § 2 Abs. 1 und § 41 ausgenommene Waffen
Unterwassersportgeräte, bei denen zum Antrieb der Geschosse keine Munition verwendet wird (Harpunengeräte).
Das bedeutet also, dass alle weiteren Vorschriften des Waffengesetzes nicht gelten und für eine Harpune auch kein Waffenschein benötigt wird. Laut § 2 WaffG ist die Abgabe einer Harpune, da eine Waffe, nur an Personen ab 18 Jahren gestattet. Darüber hinaus kann der Erwerb und Besitz jedoch durch die zuständige Waffenbehörde gemäß § 41 WaffG in Einzelfällen untersagt werden.
Auch wenn andere Vorschriften für eine Harpune gemäß Waffenrecht nicht gelten, sollte der Umgang mit einer solchen Waffe immer so erfolgen, dass andere nicht gefährdet werden. Die Aufbewahrung und Transport sollten also aus Sicherheitsgründen so stattfinden, dass Dritte keinen Zugang oder Zugriff haben.
Ob eine Nutzung jedoch erlaubt ist, hängt nicht nur vom Waffengesetz ab. Denn in Deutschland ist das Speerfischen untersagt, sodass eine Harpune zum Angeln oder Sportfischen nicht verwendet werden darf. Die gesetzliche Grundlage für das Verbot bilden die Fischereigesetze der Bundesländer. Angler oder Sportfischer sollten sich immer informieren, welche Vorschriften vor Ort gelten und ob eine Sondergenehmigung für die Nutzung einer Harpune möglich ist.
Bußgelder oder Strafen: Was droht bei Verstößen?
Da für eine Harpune das Waffengesetz nur bedingt zur Anwendung kommt und bis auf die Altersbeschränkung keine weiteren Regelungen gelten, müssen Besitzer diesbezüglich keine Sanktionen befürchten. Kommt allerdings jemand durch den Einsatz einer Harpune zu Schaden, kann das dennoch Folgen haben. Hier kann eine Körperverletzung im Raum stehen und Schadensersatzforderungen in Form von Schmerzensgeld möglich sein.
Verwenden Sie eine Harpune entgegen der geltenden Vorschriften zur Fischerei, kann das hohe Bußgelder oder sogar ein Strafverfahren nach sich ziehen. Je nach Bundesland liegen die Sanktionen zwischen 5.000 und 75.000 Euro. Zudem kann das Fischen mittels verbotener Hilfsmittel zu Geld- oder Freiheitsstrafe führen, wenn dies im betreffenden Bundesland als Straftat gewertet wird.
Da eine Harpune auch auf dem Land abgefeuert werden könnte und weit über 7,5 Joule Schußleistung kommt, sollte das Waffengesetz volle Gültigkeit erlangen. Ich halte eine Gesetzesänderung für dringend notwendig!